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 Mit der Ortgeschichte befasst sich der  ARBEITSKREIS HISTORIE BETZENSTEIN

Bei diesen Treffen handelt es sich um einen offenen Arbeitskreis, zu dem jeder, der an unserer Ortsgeschichte interessiert ist, jederzeit herzlich willkommen ist. Eine regelmäßige Teilnahme ist nicht verpflichtend

Das nächste Treffen im Maasenhaus des Historienkreises wird im Amtsblatt Stadt Betzenstein angekündigt. .

Bisher wurden erarbeitet:

Liste der Heimatkunde-Hefte von Anton Buchner

Hier der Link zu der Liste mit den   Heimatkunde-Heften  von Anton Buchner im PDF-Format..

Schicksal der Kirchenglocken im vergangenen Jahrhundert

Wussten Sie, dass die Glocken der Kirche in Betzenstein zweimal der Gefahr ausgesetzt waren, eingeschmolzen zu werden?

Als "Metallspende des deutschen Volkes" wurden die Metall-Sammlungen während des ersten und des zweiten Weltkrieges bezeichnet, um den Mangel an Buntmetallen für die Rüstungsindustrie auszugleichen.  Anfänglich wurde die Bevölkerung per Verordnung zur Abgabe von häuslichen Gerätschaften aus Messing, Kupfer und Zinn aufgerufen. Da jedoch diese Sammlungen nicht ausreichten, wurden bald auch die Kirchenglocken mit erfasst; denn eine Glocke besteht aus mehreren hundert Kilogramm Bronze. Diese Legierung enthält 3/4 Teile Kupfer und 1/4 Teil Zinn.
Zu Beginn des ersten Weltkriegs erhielt man für die Abgabe von Schmuck einen eisernen Ring mit der Prägung: »Gold gab ich für Eisen« als "Ersatz".
Ab 1916 führte die Regierung reichsweite Sammlungen für Kupfer, Messing, Bronze und Zinn ein.
Mit Verordnung zum Jahresbeginn 1917 hatten Privathaushalte und Gastwirtschaften sämtliche zinnerne Deckel von Bierkrügen abzuliefern und im süddeutschen Raum wurden nach und nach die kupfernen Sudpfannen in den Brauereien beschlagnahmt.
1917 wurden auch alle Kirchenglocken in Deutschland nach geschichtlichem und künstlerischem Wert kategorisiert. Zu dieser Zeit hatte das Geläut auf dem Turm der Kirche in Betzenstein nur zwei Glocken, die aus der katholischen Vorgängerkirche übernommen wurden. (Die jetzigen Kirche wurde 1733 bis 1748 erbaut). Die Marienglocke aus dem Jahr 1507 (die sog. 11 Uhr - Glocke) und die große 800 kg schwere Volckamer-Glocke aus dem Jahr 1700 (Bet- und Totenglocke). Da zum Glück nur Glocken, die nach 1860 gegossen worden waren, zum Einschmelzen abgegeben werden mussten, blieben die Betzensteiner Glocken erhalten.

Während des zweiten Weltkriegs erließ Generalfeldmarschall Hermann Göring am 27. März 1940 den Aufruf zur "Spende des deutschen Volkes zum Geburtstag des Führers". Gemeint war damit wiederum eine Metallspende mit Kupfer, Zinn, Messing oder Bronze. Im Dekret an die Reichsminister vom Februar 1940 war nur eine leichte Glocke (Läuteglocke) für jede Kirche gestattet. Alle anderen Bronzeglocken auf einem Kirchturm, auch alle historisch wertvollen, waren zum Einschmelzen bestimmt.

1926 war das Geläut der Betzensteiner Kirche durch eine kleine dritte Glocke (sog. Taufglocke) ergänzt worden. Diese leichte Glocke, durfte verbleiben. Die beiden großen und alten Glocken wurden am 1. Advent 1942 vom Glockenstuhl und Kirchturm herabgelassen und mit der Bahn nach Hamburg abtransportiert. Dort befanden sich die Hüttenwerke »Norddeutsche Affinerie« und »Zinnwerke Wilhelmsburg«, in denen die gesammelten Buntmetalle eingeschmolzen und aus der Glocken-Bronze die Hauptbestandteile Kupfer und Zinn zurückgewonnen wurden.

Warum aber sind die schon in Hamburg, auf dem sog. Glockenfriedhof befindlichen Glocken nicht eingeschmolzen worden?
Zwischen 1939 und 1945 sollen zirka 90.000 Glocken (aus Deutschland und den besetzten Ländern) auf diesen Glockenfriedhof geschafft und dort pyramidenförmig aufgestapelt worden sein. Bis zum Ende des zweiten Weltkriegs wurden ca. 75.000 davon eingeschmolzen.
Zum Glück waren die Glocken aus Betzenstein noch nicht in den Schmelzofen gekippt worden.

Doch wie konnte herausgefunden werden, welche Glocken unter den über zehntausend noch lagernden die beiden aus Betzenstein waren?
Dazu wurde nach Kriegsende für die Glocken aus Deutschland  aus Vertretern der Kirchen und des Denkmalschutzes der sog. »Ausschuss für die Rückführung der Glocken « (ARG) geschaffen. Mit den verbliebenen Glocken aus den besetzten Gebieten befassten sich die alliierten Militärbehörden.
Die Identifikation war sehr schwierig und teilweise waren die Glocken für die Verarbeitung schon in Stücke zerschlagen worden. Es gelang jedoch viele der übrig gebliebenen Glocken wieder an ihre Heimatgemeinden bis 1953 zurückzugegeben.

Die Akten mit der Arbeit des ARG befinden sich heute im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin (EZA) und im Deutschen Glockenarchiv im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Ob sich in den Archivalien (ca. 30.000 Karteikarten, 13.000 Fotonegative, Gipsabdrücke, Papierabklatsche und Graphitabreibungen) auch Belege über die beiden Glocken aus Betzenstein befinden, ist noch nicht erforscht.
Aber an den beiden Glocken in Betzenstein sind eingeschlagene Kennzeichen zu finden, die diesen Transport belegen.

Wie auf dem Foto zu sehen, sind auf der sog. Kronenplatte der beiden Glocken mit einem Punzier-Eisen die Buchstabenfolgen »B E T Z E N S T E I N« eingeschlagen worden. Wann diese Kennzeichnung erfolgte, ist noch unbekannt.

 

  Abraham Wolfgang Küfner 

 Mehr erfahren Sie über  Abraham Wolfgang Küfner in Wikipedia,
den Retter des Dürer Selbstbildnisses aus Betzenstein.

 www.betzenstein.de/geschichte-und-kultur/geschichte/abraham-wolfgang-kuefner.html

  www.betzenstein.de/geschichte-und-kultur/geschichte/abraham-wolfgang-kuefner.html

Fortsetzung folgt bald.

 

 

 

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